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LURIC

Kohortenstudie · seit 1997

LURIC

Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health Study

Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems sind Todesursache Nr. 1 in der westlichen Welt. Wer weiß, welche Faktoren für die Entstehung verantwortlich sind, kann Risiken vermeiden.

3.808 Studienteilnehmer, eingeschlossen 07.1997–03.2002
1.800.000 genetische Varianten je Teilnehmer analysiert (seit 2006)
1906–1981 Geburtsjahre der ältesten und der jüngsten teilnehmenden Person
2004 Beginn der Langzeit-Nachbeobachtung

Die Studie

Ludwigshafen · Mannheim · Heidelberg

Ziel der LURIC-Studie war und ist es, individuelle Risiken für Herz-Kreislauf­erkrankungen zu definieren und anhand dieser Ergebnisse die Prävention zu verbessern.

Alle Studienteilnehmer wurden im Ludwigshafener Klinikum wegen Herz-Kreislauf­erkrankungen behandelt und hatten eine Koronarangiographie erhalten. Darüber hinaus hatten sie sich verpflichtet, in umfangreichen Fragebögen detailliert Auskunft über ihre Ernährung und ihre Lebensgewohnheiten zu geben.

Wegen der detaillierten und außerordentlich umfangreichen Datensammlung und der langen Nachbeobachtung der Studienteilnehmer ist LURIC eine außerordentlich wichtige epidemiologische Studie, aus der sich viele neue Erkenntnisse zur Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen ableiten lassen.

Da die Blutproben der Studienteilnehmer vorliegen, können anhand moderner Analyseverfahren weiterhin aufschlussreiche Ergebnisse erzielt werden.

Basisuntersuchung

Zwischen Juli 1997 und März 2002 wurden 3.808 Personen aus dem Großraum Ludwigshafen · Mannheim · Heidelberg eingeschlossen. Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, Glukosetoleranztest und Blutentnahme bilden bis heute die Grundlage aller Auswertungen.

Studienverlauf

6 Meilensteine · 1997–heute
1997–2002

Basisuntersuchung

3.808 Personen aus dem Großraum Ludwigshafen · Mannheim · Heidelberg werden im Rahmen einer Koronarangiographie am Klinikum der Stadt Ludwigshafen in die Studie eingeschlossen.

2004

Beginn der Nachbeobachtung

Start des Follow-up: Recherche zur weiteren gesundheitlichen Entwicklung der Teilnehmenden, unter anderem über Melde- und Standesämter.

2005

Gesundheitscheck 2005

Fragebogenaktion zur Erfassung des aktuellen Gesundheitszustands der Studienteilnehmer.

seit 2006

Molekulargenetische Analysen

Ca. 1.800.000 genetische Varianten werden je Teilnehmer per DNA-Microarray bestimmt.

2012

LURIC RiskyCAD

Start des EU-Konsortialprojekts zur Entwicklung biomarkerbasierter Risikoscores, aufbauend auf der Langzeit-Nachbeobachtung.

heute

Laufende Auswertung

Fortlaufende Auswertung und internationale Kooperationsprojekte — Bloodomics, AtheroRemo, INTERREG A28.

Teilprojekte

4 laufende / abgeschlossene Projekte
LURIC RiskyCAD — EU · FP7

Entwicklung von Biomarker-basierten Punktescores zur Abschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos, aufbauend auf der Langzeit-Nachbeobachtung.

LURIC Bloodomics — EU · 14 Partner

Den Einfluss von Genen auf die Entstehung und den Verlauf von Herz-Kreislauf- und thrombotischen Erkrankungen besser verstehen — dieses Ziel verfolgen 14 europäische Partner gemeinsam im Bloodomics-Projekt.

LURIC AtheroRemo — EU · FP7

Untersuchung, warum steigende Lebenserwartung nicht gleichbedeutend mit gesundem Altern ist — Fokus auf Atherosklerose-Progression.

LURIC A28 — INTERREG

Genetische Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen in der Oberrheinregion, wo sie bis zu 40 % aller Todesfälle verursachen.

Molekulargenetik

Seit 2006 werden je Teilnehmerin und Teilnehmer rund 1.800.000 genetische Varianten per DNA-Microarray bestimmt. Weil die Blutproben erhalten sind, lassen sich neue Analyseverfahren bis heute auf die Kohorte anwenden.

Daten & Fakten

Stand der Nachbeobachtung

Geschlechterverteilung

Gesamtkohorte · n = 3.808
Männer · 2.660 (70 %) Frauen · 1.148 (30 %)
Aktuelle Zahlen zur Nachbeobachtung
LURIC Gesamtkohorte Teilkohorte
Studiennummern 0001–4016 0001–3500
Stand 06.2007 05.2009
Rekrutierungszeitraum 07.1997–03.2002 07.1997–01.2000
Zahl der Studienteilnehmer 3.808 (100 %) 3.316 (100 %)
Männer 2.660 (70 %) 2.310 (70 %)
Frauen 1.148 (30 %) 1.006 (30 %)
Anzahl der ausgefüllten Fragebögen 1.822 1.511
Einverständnis zur Einsichtnahme in die Krankenakte 1.691 (92,81 %) 1.400 (92,65 %)
Verstorbene 802 (21,06 %) 995 (30,01 %)
Todesbescheinigungen 790 (98,50 %) 974 (29,37 %)
Nichtermittelbare Studienteilnehmer 21 (0,55 %) 21 (0,63 %)
Ausstieg aus der Nachbeobachtung 102 (2,68 %) 95 (2,86 %)
Aktueller Gesundheitszustand ungeklärt 1.141 (29,96 %) 997 (30,07 %)
Medizinische Eckdaten — untersuchte Teilkohorte des Gesamtkollektivs
Zahl der Studienteilnehmer 3.316
Einschlußkriterium Indikation für Koronarangiographie
Kontrollpersonen (keine KHK) ca. 700
Probanden mit KHK ca. 2.600
Probanden mit Myokardinfarkt ca. 1.400
Dauer der Nachbeobachtung (Median) 5,4 Jahre bzw. 7,5 Jahre bzw. 9,9 Jahre
DNA-Proben verfügbar
Leukozyten verfügbar
Lymphoblastoide Zellinien verfügbar
Klinische und biochemische Phänotypen Koronarangiographie, EKG, Echo,
Fragebogen zur gesundheitlichen Entwicklung,
biochemische Variablen zu Lipid- und Kohlehydratstoffwechsel,
Blutgerinnung, chronischer Entzündung
Genotypen 500 genetische Polymorphismen an Kandidatenloci
für koronare Herzkrankheit
Genomweite Analyse mit DNA-Microarrays Ca. 1.800.000 genetische Polymorphismen bestimmt mit dem Affymetrix 6.0 Microarray.
Ca. 50.000 genetische Polymorphismen in Kandidatengenen für kardiovaskuläre Merkmale bestimmt mit dem IBC 50k Cardiochip von Illumina.
Ca. 200.000 genetische Polymorphismen in Stoffwechselgenen bestimmt mit dem 200k Metabochip von Illumina.
Gesundheitsstatus und relevante Phänotypen, Teilkollektiv
Studienteilnehmer Keine KHK (n = 695) KHK (n = 2.543) p1
Alter in Jahren* 58 ± 12 64 ± 10 <0,001
Männer (%) 52 75 <0,001 2
Body-Mass-Index (kg/m²)* 27 ± 4 28 ± 4 0,376
Diabetes mellitus (%) 18 36 <0,001
Bluthochdruck (%) 63 75 0,001
Raucher · nie (%) 52 32
Raucher · früher (%) 30 48
Raucher · gegenwärtig (%) 18 20
Früherer Myokardinfarkt (%) 53
Periphere arterielle Verschlußkrankheit (%) 2 12 <0,001
Zerebrovaskuläre Erkrankungen 5 9 <0,019
Systolischer Blutdruck (mmHg)* 136 ± 22 143 ± 24 <0,009 3
Diastolischer Blutdruck (mmHg)* 80 ± 11 81 ± 11 0,433 3
Nüchternblutzucker (g/l)* 1,05 ± 0,28 1,16 ± 0,37 <0,001
LDL-Cholesterin (g/l)* 1,20 ± 0,31 1,16 ± 0,35 <0,001 4
HDL-Cholesterin (g/l)* 0,43 ± 0,12 0,38 ± 0,10 <0,001 4
Triglyzeride (g/l)* 1,33 1,50 <0,001 4, 5
Triglyzeride · Median (25./75. Perzentile) 0,97–1,94 1,13–2,02
Fibrinogen (g/l)* 3,55 ± 0,83 4,08 ± 1,10 <0,001
C-reaktives Protein (mg/l) 2,2 3,8 <0,001 4, 5
C-reaktives Protein · Median (25./75. Perzentile) 1,0–6,0 1,5–9,2
Glomerularfiltrationsrate (ml/Min.)* 83 ± 18 81 ± 19 0,829
Homozystein (µmol/l)* 12 ± 5 14 ± 6 0,006 4
*
Durchschnitt ± Standardabweichung
1
Varianzanalyse bzw. logistische Regression, jeweils adjustiert für Alter und Geschlecht
2
Logistische Regression, adjustiert für Alter
3
Adjustiert für die Einnahme von Betablockern, AT1-Rezeptorantagonisten, ACE-Hemmern, Kalziumantagonisten, Diuretika und Lipidsenkern
4
Adjustiert für Lipidsenker
5
Varianzanalyse der logarithmisch transformierten Werte